Bild 1: Komplott (2018), Acryl auf Leinwand, 240 x 200 cm
Bild 2: Akt auf Weißem Sofa (2018), Acryl auf Leinwand, 240 x 200 cm

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05. Juni 2022 / 11:00–15:00
Vernissage zur Ausstellung im Foyer
Die gläsernen Muskeln des Felix Ludwig Neumann

schwere reiter

Felix Ludwig Neumann stellt die Betrachter:innen vor gewaltige Tableaus. Auf den ersten Blick erscheinen freundlich pastellige Farben, klare grafische Formen und Silhouetten menschlicher Körperzonen. Der Strich ist gestisch. Doch unter der Einfachheit des Scheins verstecken sich Täuschung und Verhüllung, Verführung und Verlust. Das Begehen der Werke ist leicht und unkompliziert, das Verweilen in ihnen oft schwierig. In seinen Motiven decodiert der Maler die Scharaden des vermeintlich "richtigen Lebens". Sicherheiten beginnen zu wackeln, Illusionen werden aufgelöst. Am Ende steht die Befreiung.

Felix Ludwig Neumann (geb. 1978) wuchs in einem kleinen Dorf südlich von München auf. Sein Onkel Ulrich H. Räuber, Ex-Häftling und Initiator einer international erfolgreichen Travestie-Revue, eröffnete ihm die schillernde Welt der Verhüllung. Schon als Jugendlicher entwickelte er so eine Faszination für sich wandelnde Identitäten. Neben glitzernden Pailletten und extravaganter Maskerade, in die man bewusst schlüpft, umgab ihn – selbst im Begriff des Erwachsenwerdens – aber auch die Sucht und Abhängigkeit seiner Familienmitglieder. Diese Diskrepanz aus Flamboyance und Abgrund, wie er sie am eignen Leibe erlebte, lehrte ihn früh das Unstete im Menschsein. Nichts ist gewiss.
Ende der 1980er begann Felix Ludwig zu zeichnen, zu komponieren und zu singen. Nach einem Exkurs in die Rechtswissenschaften mit Diplom an der LMU München vertiefte sich Felix Ludwig ins Kompositionsstudium für Neue Musik in Philadelphia, Pennsylvania, begann mit dem Komponieren von Opern und organisierte anschließend die Konzert- und Probenarbeit des 35-köpfigen SEM-Ensembles in Brooklyn, New York City. In der Malerei ergänzt Neumann seine Werkstoffe mit Acryl und großflächiger Leinwand. Sein Sinn für Synästhesie wächst seither stetig, so nähern sich die Formate seiner Arbeiten zuweilen theatralen Dimensionen.



Ausstellung im Foyer von Felix Ludwig Neumann
Kuratiert von Thomas Angermeier (Galerie Angermeier)


Bild 1: Komplott (2018), Acryl auf Leinwand, 240 x 200 cm
Bild 2: Akt auf Weißem Sofa (2018), Acryl auf Leinwand, 240 x 200 cm
Bild 3: Naumburg im Herbst (2018), Acryl auf Leinwand, 270 x 200 cm
Bild 4: Mitteldeutsches Trottoir, Acryl auf Leinwand, 230 x 200 cm, (2018)
Bild 5: Lepanto immer und überall, Acryl auf Leinwand, 300 x 200 cm, (2022)


Vernissage: Sonntag, 5. Juni, Matinee 11:00 – 15:00 Uhr
Die Ausstellung ist jeweils Samstag, Sonntag und an Feiertagen, außerdem am 6. Juni von 14:00–18:00 Uhr sowie an Vorstellungstagen 90 Minuten vor Beginn zu besichtigen.
Weitere Besichtigungen auf Anfrage:
Thomas Angermeier, [ angermeierthomas@gmail.com ] oder 0179 47906363
Keine Reservierung erforderlich. Eintritt frei.


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Eine Initiative von Tanztendenz München e.V., PATHOS München e.V. und scope – Spielraum für aktuelle Musik im Kreativquartier. Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.