Judith Huber & Eva Löbau, Foto: Daniel Kraus

18. − 22. Juni 2021 / 20:00
Die Bairishe Geisha
Video-Retrospektive

schwere reiter theater

Was ist denn die Bairishe Geisha? Vom 18.–22. Juni zeigt das Kollektiv täglich eine historische Arbeit als online-Stream auf Youtube. Im Anschluss können die Zuschauer beim Nachgespräch via Zoom dabei sein und sich über das Gesehene austauschen. Der Link zum Nachgespräch und Diskussion wird nach dem Videostream im Chat des entsprechenden Youtube-Videos gepostet – alle sind herzlich eingeladen ...



FR 18.6.: Das Zimmer der verlorenen Bedeutung

Die Bairishe Geisha kehrt mit einem großen Soloabend auf die Bühne zurück. Mutter und Schwester sind ihr abhanden gekommen, und so kreisen ihre Gedanke um Situationen, Gegenstände, Sätze, in deren Zentrum etwas Verlorengegangenes steht. Um Dinge, Fähigkeiten und Künste, die keine Bedeutung mehr haben.
Und um ihren eigenen Ursprung.

 In traumhaften Bildern erzählt der Abend die Autobiographie einer Kunstfigur und beschäftigt sich mit dem Verhältnis einer Künstlerin zu ihrer Schöpfung.

Hier ist der Link zum Video [ Das Zimmer der verlorenen Bedeutung ]

Judith Huber, Eva Löbau, Stefan Kastner, Josef Schmid, Amelie Bromm, Anna Stiglbrunner / Text: Katja Hensel, Judith Huber, Eva Löbau / Choreografie: Anna Holter / Bühne: Markus Grob / Objekte: Raimund Ritz, Johannes Brunner / Video: Wolfgang Leitner / Licht: Igor Belaga / Ton: Hannes Gambeck / Kostüm: Detlev Diehm, Anett Pohl / Musik: Raimund Ritz


SA 19.6.: PS: und ich weine wann ich will

Die Bairishe Geisha analysiert das langsame Entgleisen einer Gesellschaft. Die Vorlage liefert Blake Edwards Film »The Party« aus dem Jahr 1968 mit Peter Sellers als "Der Partyschreck". Keiner will das: auf einer Party der Außenseiter sein, der Exot, der die falschen Witze macht und zielsicher in jeden Fettnapf tritt.
Nicht so die Bairishe Geisha. Sie erkundet die Blamage als Alltagskatastrophe die jeden treffen kann bei gesellschaftlichen Anlässen. Man stolpert durch verbotene Türen und übt therapeutisch den Umgang mit peinlichen Entdeckungen, die man lieber nicht gemacht hätte. Und wenn man in den Abgrund geschaut hat, kann man dann überhaupt zur Gesellschaft zurück kehren? "PS: Und ich weine wann ich will" ist die herzliche Einladung zu einer Schamparty.

Hier ist der Link zum Video [ PS: und ich weine wann ich will ]

Judith Huber, Eva Löbau, Charlotte Pfeifer, Christoph Theussl, Dim Sclichter, Go Brazil / Konzept + Regie: Judith Huber, Eva Löbau / Bühne: Markus Grob / Musik: Christoph Theussl, Dim Sclichter / Kostüm: Detlev Diehm / Licht: Igor Belaga / Percussion: Go Brazil


SO 20.6.: Ik spek Menkenspak

Eva Löbau, die Mutter der Bairishen Geisha sitzt im Kunstpavillon und mistet aus. Ihre beiden Töchter wollen nicht mehr mit ihr im Trio arbeiten, deswegen ist sie jetzt Solo. Auf Druck des Arbeitsamtes soll sie Urmenschen-Darstellerin im Museum für Mensch und Natur werden. Das deckt sich mit ihrer Vorstellung einer gescheiterten Existenz.
Doch die berufliche Niederlage wird zum befreienden Neuanfang: Erdverbunden, reinen Ursprungs will sie sich jetzt ganz ernsthaft als Neandertaler neu erfinden. Aber dann ist da der Andere, der stört. Ein Stück über Neandertaler und Sackgassen und Neandertalerdarsteller in Sackgassen.

Hier ist der Link zum Video [ Ik spek Menkenspak ]

Von + mit: Eva Löbau, Martin Clausen, Judith Huber / Dramaturgie: Charlotte Pfeifer / Szenographie: Markus Grob / Kostüme: Detlev Diehm / Musik: Pascal Fuhlbrügge / Masken + Artefakte: Muriel Nestler / Licht: Igor Belaga / Foto: Daniel Kraus / Film: Nikolai von Graevenitz, Sonja Heiss / Filmdarsteller: Amelie Bromm, Anna Stiglbrunner


MO 21.6.: Pornokabarett

Die Bairishe Geisha präsentiert sich als ihr eigenes Klischee, als frivole Unterhaltungskünstlerin mit bayerischen Wurzeln und japanischer Seele.
Unter dem Deckmantel der frivolen Unterhaltung legt Die Bairishe Geisha ihren Finger in die Wunden der kapitalistisch-sexistischen Realität und macht sich auf eine Reise zu den Phantomen des Ortes und den Gespenstern ihrer eigenen Geschichte. Drei Gefährten werden Die Bairishe Geisha auf ihrem Weg begleiten und es ist kein Zufall, dass die Zusammensetzung der Truppe wie ein Witz klingt: Treffen sich eine Geisha, eine Frauenärztin, ein Maler und ein Musiker im Cabaret …

Hier ist der Link zum Video [ Pornokabarett ]

Von + mit: Judith Huber, Eva Löbau, Vivien Mahler, Jörg Besser, Dim Schlichter, Steffi Oberhoff (Ausstattung), Johanna Seitz (Licht)


DI 22.6.: Weltpassionsspiel 2003

Bayern und die Welt sind in der Krise, und es scheint, als sei die Entscheidung schon gefallen: hin zum Allerschlechtesten. Angesichts dieser ausweglosen Situation erinnert sich die Bairishe Geisha: 1633 gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre die Passion Christi nachzuspielen, wenn Gott sie vor der Pest retten würde. Gott ließ sich auf den Handel ein – und so erfüllen die Oberammergauer seither alle zehn Jahre ihr Gelübde vor den Augen der Welt. Die Bairishe Geisha sieht in der jetzigen Situation keinen anderen Weg mehr, als den der Oberammergauer.
Die Aufgabe allerdings stellt sich für die Bairishe Geisha komplexer dar. Weder das aus der Welt zu schaffende Übel, noch der Adressat sind so eindeutig, wie sie es 1633 waren. Sie ehrt mit dem Weltpassionsspiel eine himmlische Macht, von der sie nicht weiß, wie sie aussieht, nicht wie sie zu uns steht, nicht ob es sie überhaupt gibt. Das Weltpassionsspiel der Bairishen Geisha kann also kein katholisches sein, sondern ist weltumspannend religiös, inklusive atheistisch. Das Volk des Weltpassionsspiel 2003 ist ein Münchner Exil-Fanclub von Dynamo Dresden.

Hier ist der Link zum Video [ Weltpassionsspiel 2003 ]

Judith Huber, Marianne Kirch, Eva Löbau / Musik: Georg Glasl


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das Kulturreferat der LH München